INTERVIEW MIT PETRA AHRENS AUF V-CHECK

Frau Ahrens, hat es sich in der Vergangenheit für Anleger gelohnt, in Unternehmen zu investieren, die in den DAX aufgenommen wurden?

Petra Ahrens: Nein. Der Aufstieg eines Unternehmens in den DAX ist für uns kein Kaufsignal. Ein Blick in die Vergangenheit zeigt auch warum. Oft geht den Unternehmen mit der Aufnahme in den DAX die Luft aus, da sie bereits im Vorfeld in die Höhe getrieben werden. Die Infineon-Aktie beispielsweise hat ein Jahr vor der Aufnahme etwa ein Kursplus von 27 Prozent erzielt. Im Jahr danach war es ein Minus von 15 Prozent. Prominentestes Beispiel für eine solche DAX-Schlappe ist wohl der Finanzvertrieb MLP. Dessen Aktienkurs sackte innerhalb eines Jahres nach Aufnahme sogar um 65 Prozent ab.

Wie beurteilen Sie aufgrund dieser Erfahrungen die Aussichten des DAX-Neulings Delivery Hero?

Ahrens: Delivery Hero hat bereits vor Aufnahme eine gute Entwicklung gezeigt und konnte seit Jahresbeginn um 45 Prozent zulegen. Das dürfte aber auf Spekulationen zurückzuführen sein. Das Unternehmen – welches übrigens nicht mehr in Deutschland aktiv ist – schreibt nämlich seit Jahren rote Zahlen. Im vergangenen Jahr hat das Unternehmen 648 Millionen Euro operativen Verlust gemacht. Für mich ist Delivery Hero kein Kaufkandidat und eine Aufnahme im DAX halte ich für verfrüht.