Nachhaltigkeit

Umsetzung einer Nachhaltigkeitsstrategie in der Vermögensverwaltung

Einleitung

„Nachhaltigkeit“ und Erhaltung der ökologischen Ressourcen einschließlich gerechter Lebensbe­dingungen ist für uns ein zentrales und wichtiges Thema, dem wir einen hohen Stellenwert beimessen. Als Teil der Finanzwirtschaft sehen wir uns in der besonderen Verantwortung, die Klima­schutz­ziele auch mit den Mitteln der Geldanlage aktiv zu fördern und damit insgesamt zu einer nachhaltigeren Ökonomie beizutragen.

Hierzu wollen wir bei den uns anvertrauten Vermögensverwaltungsmandaten neben Sicherheit, Liquidität und Rendite auch ökologische und soziale Kriterien berücksichtigen. Auch Aspekte einer verant­wortungsvollen Unternehmensführung in den Unternehmen, in die wir investieren, gehören zu unseren Bewertungskriterien. Dies gilt grundsätzlich für jede mit dem Kunden vereinbarte Anlagestrategie.

Infolgedessen ist die Auswahl der Finanzinstrumente im Rahmen der Umsetzung der vereinbarten Anlagestrategie grundsätzlich darauf ausgerichtet, nachteilige Folgen für die Umwelt-, Sozial- und Arbeitnehmerbelange zu vermeiden bzw. einen Beitrag zur Achtung der Menschenwürde sowie zur Bekämpfung von Korruption und Bestechung zu leisten (sog. Nachhaltigkeitsfaktoren).

ESG Risiko-Scores in der Vermögensverwaltung

Zur Feststellung, ob und wenn ja, in welchem Grad bei den investierten Finanzinstrumenten die unter Ziffer 1 genannten Nachhaltigkeitsbelange berücksichtigt werden, greifen wir derzeit auf ein von der Firma Bloomberg, einem der führenden Kurssystemanbieter, zur Verfügung gestelltes Ratingsystem zurück. Über Bloomberg sind wir in der Lage, ESG Ratings von zertifizierten Ratingagenturen (hier „Sustainalytics“), für unsere Aktien- und Anleihenbewertung zu nutzen. Das dort zur Verfügung gestellte punktebasiertes Bewertungs­system hilft uns, die für jedes Unternehmen vergebenen sog. ESG-Risiko-Scores in einen Vergleich zu anderen Unternehmen zu setzen und somit entsprechende ESG Ratings festzulegen.

Genauso wie für jedes Unternehmen aus den Scores in den drei ESG-Segmenten „Umwelt“, „Soziales“ und „Governance“ ein Gesamtwert abgeleitet wird, so geschieht dies entsprechend auf Gesamtport­folioebene.

Das Bewertungssystem weist eine Skala von 0 bis 100 auf, diese unterteilt sich wiederum wie folgt:

  • 0 bis 9,99 Punkte = unerhebliche ESG Risiken
  • 10 bis 19,99 Punkte = geringe ESG Risiken
  • 20 bis 29,99 Punkte = mittelmäßige ESG Risiken
  • 30 bis 39,99 Punkte = hohe ESG Risiken
  • Höher als 40 = sehr hohe ESG Risiken

Auch wenn detaillierte ESG-Risiko-Scores für ca. 20.000 Unternehmen zur Verfügung stehen, kann nicht ausgeschlossen werden, dass für einzelne Finanz­instrumente, die im Rahmen der Anlagestrategie ausgewählt werden, keine Scores errechnet wurden. Ferner ist darauf hinzuweisen, dass für die Kontenliquidität keine ESG-Scores ermittelbar sind.

Wir sehen bei einem Vermögensverwaltungsmandat und bei unseren Strategien die nachteiligen Auswirkungen auf die ESG-Faktoren grundsätzlich als ausreichend berücksichtigt an, wenn der ESG-Risiko-Score bei weniger als 29,99 liegt (bzw. in Ausnahmesituationen nicht längerfristig über 29,99 liegt, wobei wir dies jeweils monatlich überprüfen).

Hierbei nehmen wir ausdrücklich in Kauf, dass

  • im Rahmen der Anlagestrategie neben Finanzinstrumenten, für die kein ESG-Risiko-Score zur Verfügung stehen, auch in solche Finanzinstrumente investiert wird, die einen ESG-Risiko-Score von über 29,99 Punkten aufweisen, was in der Regel jedoch nur zulässig ist, soweit und solange der Gesamtrisiko-Score von 29,99 für das Portfolio nicht dauerhaft unterschritten wird,

       und

  • die Nachhaltigkeitspräferenzen des Kunden im Einzelfall möglicherweise über die hier zur Anwendung kommende Ausprägung hinausgehen, diese nach entsprechender Aufklärung dann kundenseits durch entsprechende Erklärung an das von uns angebotene Maß angepasst wurden.

Methodik der Ermittlung der ESG-Risiko-Scores im Aktien- und Anleihebereich

(basierend auf dem Bewertungssystem der Firma „Sustainalytics“)

Das Sustainalytics ESG Risk Rating hilft uns, finanziell wesentliche ESG-Risiken zu identifizieren und zu verstehen, wie sie sich auf die langfristige Wertentwicklung eines Unternehmens auswirken könnten.

Die Bewertung setzt sich aus gemanagten und ungemanagten ESG-Risiken zusammen. Es werden im ersten Schritt die Nachhaltigkeitsrisiken definiert, die für die jeweilige Branche relevant sind, dann wird geprüft, wie gut ein Unternehmen auf diese Risiken reagiert. Es wird sich dabei auf finanziell-materielle Risiken fokussiert, die für den Unternehmenswert relevant sind.

Dadurch gibt es also keinen breiten ESG-Ansatz, sondern eine sehr klare Betrachtung der definierten Risiken, die sich für ein Unternehmen ergeben. Um diese zu erkennen, wurden etwa 30 Themenfelder identifiziert, in denen es Nachhaltigkeitsrisiken geben kann. Dazu gehören etwa Menschenrechte, das Management der Lieferkette und außerdem Umwelt- und Klimawandelrisiken. Pro Branche sind meist drei bis acht dieser Themen relevant.

Die Risikobewertung berücksichtigt, dass nicht alle ESG-Probleme vollständig gemanaged werden können. Die nicht managebaren Risiken über alle wesentlichen ESG-Themen hinweg, werden addiert, um das endgültige Rating zu erhalten.

Das Ergebnis ist ein Absolutes Rating, das über alle Branchen vergleichbar ist.

Die Skala läuft von 0 bis 100 – 0 ist dabei die beste Bewertung, 100 die schlechteste. Eine Bewertung zwischen 10 und 20 Punkten erhält die Bezeichnung „Low Risk“, zwischen 20 und 30 wird von „Medium Risk“ gesprochen und so weiter. Basierend auf ihrem Score werden Unternehmen somit anschließend in eine von fünf Risikokategorien eingeteilt (vernachlässigbar, niedrig, mittel, hoch, sehr hoch).

Der Wert setzt sich also aus zwei Komponenten zusammen: Wie hoch die ESG-Risiken in einer Branche sind und wie gut das Unternehmen auf diese Herausforderungen reagiert. Beispiel: Wenn ein Unternehmen einem hohen Risiko beispielsweise bei der Arbeitssicherheit ausgesetzt ist, gleichzeitig diesem Risiko durch Maßnahmen aber sehr gut begegnet, ergibt sich ein eher niedrigerer Wert auf der Skala.

Das Unternehmensresearch wird jährlich auf der Basis der Berichterstattung der Unternehmen aktualisiert. Das Event-Research, das nicht von der Berichterstattung abhängt, wird laufend aktualisiert, sobald neue Informationen bekannt werden. Strukturelle Anpassungen des Ratings (Auswahl der wesentlichen ESG-Themen, Gewichtung der Indikatoren) werden jährlich vorgenommen.

Wichtige Hinweise:

  • Es kann nicht ausgeschlossen werden, dass Bloomberg als Datenlieferant die Anzahl der Kriterien, die für die Ermittlung des ESG-Risiko-Scores herangezogen werden, reduziert oder erweitert bzw. die inhaltlichen Anforderungen an diese Segmente verändert.
  • Im Übrigen behalten wir uns vor, die Methodik zur Ermittlung des ESG-Scoring vom Grundsatz her zu ändern, z. B. durch den Wechsel des Datenlieferanten. Hierüber werden wir unsere Kunden rechtzeitig informieren.

Methodik der Ermittlung der ESG-Risiko-Scores im Fondsbereich

Bei der Bewertung von Fonds richten wir uns nach den Factsheets der Fonds und deren Einordnung als Art. 6, Art. 8 oder Art. 9 Fonds gemäß EU-Offenlegungsverordnung (EU SFDR, Nr. 2019/2088).

Keine gezielte Ausrichtung auf messbare einfache oder wesentliche Beiträge zur Förderung von Umweltzielen und sozialen Zielen

Unsere Anlagestrategien sind nicht darauf ausgerichtet, gezielt in Wirtschaftstätigkeiten zu investieren, die messbar einfache oder wesentliche Beiträge zur Förderung von Umweltzielen und sozialen Zielen leisten. Soweit im Rahmen der Umsetzung der Anlagestrategie gleichwohl in Finanzinstrumente investiert wird, mit denen ein einfacher Beitrag zur Erreichung eines oder mehrerer Ziele in den Bereichen Umwelt, Soziales oder gute Unternehmensführung oder mit der sogar ein wesentlicher Beitrag zur Erreichung eines oder mehrerer Umweltziele geleistet wird, erfolgt dies mit der Absicht, die Nachhaltigkeitsbilanz der Anlagestrategie auf der Basis des ESG-Risiko-Scores zu verbessern.